TiefbauLive 2008:
Mehr Technik in der praxisorientierten Präsentation für Branchenentscheider
Diesmal spielte das Wetter mit: Hochsommerliche Temperaturen sorgten während der 2. Anwendermesse TiefbauLive vom 29. bis
31. Mai 2008 im hessischen Storndorf bei Schwalmtal für einen passenden Rahmen.
TiefbauLive, die Zweite und die Größere: Im Vergleich zur Premierenveranstaltung im Vorjahr, wurde auf dem strukturell veränderten und vergrößerten Gelände nennenswert mehr Technik angeboten. Die neue Wegeführung auf dem Gelände sorgte ebenso wie die Ausschilderung zur Messe für eine bessere und effektivere Orientierung. Bereits ab der Autobahnausfahrt Alsfeld wurde den Besuchern während der drei Messetage der richtige Weg gewiesen.
Selber Testen, statt testen lassen
Auf einer Fläche von etwa 50.000 qm präsentierten mehr als 75 Aussteller Technik für alle Anwendungsfälle im Erd- und Tiefbau. Besucher hatten vor Ort Gelegenheit, Baumaschinen und Geräte selbst zu testen. Im kleinen Rahmen war dies direkt auf den Ständen der Aussteller möglich. Umfangreicher „zur Sache“ ging es auf den Demonstrationsflächen innerhalb des Messegeländes. Dort standen Areale zum Baggern und Wiederverfüllen zur Verfügung, Grader, die mit modernster Telemetrie-Ausrüstung Straßenbau simulierten, Walzenzüge, die eine Schotterstrecke verdichteten, um sie dann wieder von Schleppern mit entsprechendem Anbaugerät aufreißen und erneut verdichten zu lassen. Speziell für den Wegebau entwickelte Geräte in normalen und kompakten Versionen standen ganz oben auf der Interessenscala der kaufinteressierten Tester. Dass die Konstrukteure und Entwickler der Maschinen in vielen Fällen selbst vor Ort waren und sich den Fragen der Besucher stellten, wurde von den Besuchern als positiver Zusatzaspekt herausgehoben.
Durch spektakuläre Aktionen fanden die Aussteller auch direkt an ihren Ständen gebührende Aufmerksamkeit bei den Besuchern. So gab es eine ganze Reihe Bagger zu bestaunen, die sich selbst bis über das Kabinendach hinaus eingegraben hatten und später aus dieser gewählten Position auch wieder mit Geschick befreiten. Andere speziell dafür entwickelte Bagger erklommen Hügel.
Kleingeräte absolvierten Parcours zwischen Apfelbäumen und stellten mit ihren abgestimmten Maßen ihre Leistungsfähigkeit für den GaLaBau unter Beweis. Flinke Minilader und kleine Dumper mit der Anmutung einer selbstfahrenden Schubkarre und dem besonderen Können, ihre Mulden auf große Ausschütthöhen zu verfahren, beeindruckten mit ihren zügigen Aktionen.
Auffällig war die hohe Präsenz an Traktoren oder besser, wie es im Bausegment heißt: an Industrieschleppern. Ihre Aufgabe war es, mit Anbaugeräten ihre Fitness für den qualifizierten Wegebau zu präsentieren oder Anhängemulden durch schwieriges Terrain zu befördern, was sie mit Bravour bewältigten. Natürlich hatten auch die klassischen Radlader ihren großen Auftritt. Sie zeigten das, was ihre hauptsächliche Aufgabe ist: Die zügige Beladung von Muldenkippern und anderen Transportfahrzeugen. Bei all den aufgeführten Live-Aktionen konnten geübte Fahrer selbst die Regie über die jeweiligen Baumaschinen übernehmen.
Da im Spezialtiefbau heute (fast) nichts ohne Spundwände geht, zählte natürlich auch das Einrütteln von Spundwänden mit modernsten Methoden zu den Demonstrationen. Selbst das brennend aktuelle Thema der Geothermie-Bohrungen wurde durch einen namhaften Aussteller mit Gerät und kompetenter Detailberatung über das Bohren hinaus bis hin zur Wärmepumpentechnologie anlässlich der Messe untersetzt.
Da Baumaschinen als Trägergeräte heute ausgesprochen multitaskingfähig sind und damit Betreiberwünschen nach universeller Einsetzbarkeit folgen, fehlte auch die große Riege der verschiedensten Anbaugeräte und Wechselsysteme auf der Messe, angefangen vom kleinen Hydraulikhammer, über Magneten, Schrottscheren und Siebe bis hin zum Backenbrecher am Baggerstiel, nicht.
Neben Baumaschinen- und Nutzfahrzeugherstellern diverser Marken waren auch Dienstleister und Zusatzausrüster rund um funktionierende Erd- und Tiefbaustellen auf der TiefbauLive vertreten. Wer sich in Sachen Vermessungstechnik, Abgasfiltration, Pumpentechnik, Ladungssicherung, Software, Leasing, Staubniederhaltung oder auch über Ersatzteile für Baumaschinen informieren wollte, war in Storndorf demzufolge ebenfalls an der richtigen Adresse.
Wichtiges Messemotto: Probieren geht über Studieren
Mit kompetenter Beratung und Anleitung zum Bedienen der Geräte vor Ort erhielten kaufinteressierte Besucher wertvolle Informationen für ihren Entscheidungsprozess. Was könnte diesen besser voranbringen, als praktische Erfahrungswerte in den letzten Entscheidungsschritten. Genau diese hatte die TiefbauLive in kompakter Form anzubieten. Vergleichsdaten verschiedener Hersteller und Produkte trieben Kaufentscheidungen voran, sodass direkt vor Ort Abschlüsse in nennenswerter Höhe getätigt werden konnten. Manche davon waren bereits vorbereitet, andere aber tatsächlich Spontanentscheidungen.
Ein schönes Ergebnis, das genau mit dem Ziel des VDBUM übereinstimmt, Bauunternehmen und Anwendern mit den Herstellern von Maschinen und Geräten auf einer optimalen Plattform zusammen zu bringen und damit Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Denn gerade in Zeiten eines scharfen Wettbewerbs und hohen Preisdrucks ist es wichtig, auch den Beschaffungsprozess zu optimieren. Hier geht es nicht darum, die billigste Investition zu tätigen, sondern die für den jeweiligen Einsatzfall optimale Lösung zu wählen. Die TiefbauLive bietet hier eine geeignete Möglichkeit, Qualität und Leistung des Equipments mit Blick auf die Aufgabenstellung zu testen.
Die positive Resonanz auf dieses Angebot, das insbesondere die Anwender zurückspielten, hat dem VDBUM bestätigt, dass der eingeschlagene Weg mit den TiefbauLive-Baumaschinenanwendertagen der richtige ist und auf jeden Fall weiter verfolgt werden muss. Ob dies auf immer gleiche Weise, im gleichen Rhythmus oder am gleichen Ort sein muss, wird sich im Ergebnis der Ausstellerbefragung wiederspiegeln. Denn eines steht fest: Auch wenn die Messe insgesamt nicht zuletzt wegen der starken Resonanz am Samstag und wegen der beinahe ausschließlichen Fachbesucherpräsenz als Erfolg abzurechnen ist, blieb doch die absolute Besucherzahl ein Stück hinter den Erwartungen des Veranstalters zurück. Eine gründliche Analyse der Gründe wird den künftigen Weg weisen.
PI-12 Bildunterschrift) Zum zweiten Mal fand die TiefbauLive im hessischen Storndorf statt. Die besondere Messe gab Gelegenheit zu wichtigen Kontakten zwischen Herstellern und Anwendern. Fotos: vdbum